Betriebsentwicklung mit System in der Milchviehhaltung
Viele Landwirte stehen vor Investitionsschritten, um die Zukunftsfähigkeit ihrer Milchproduktion zu sichern. Grundlage aller Maßnahmen ist eine intensive Betriebsentwicklungsplanung.
Um diese zu erstellen, sollte ein neutraler Berater hinzugezogen werden. Erste wichtige Schritte sind die Analyse der Ist-Situation und die Definition der persönlichen Ziele. Deren Formulierung sollte am besten schriftlich erfolgen. Damit lässt sich schnell feststellen, wie klar ein Vorhaben tatsächlich ist und welche Fragen noch unbeantwortet sind. Genauso wie die persönlichen Vorstellungen sollten auch die betrieblichen Ziele mit allen Verantwortlichen des Betriebes definiert werden. Außerdem sollte eine Potenzialanalyse erfolgen, bei der beleuchtet wird, ob eine weitere Spezialisierung der beste Weg ist, oder es bisher ungenutzte Reserven in anderen Betriebszweigen gibt. Anschließend wird geprüft, ob die Vorhaben praktikabel und umsetzbar sind.
Die eigentliche Betriebsentwicklungsplanung umfasst im ersten Schritt die sorgfältige Kalkulation jedes einzelnen Betriebszweigs. Um einen Investitions- oder Wachstumserfolg zu erreichen, sind bereits in der Ist-Situation gute bis überdurchschnittliche Leistungen erforderlich. Die Analyse des produktionstechnischen und wirtschaftlichen Ergebnisses erfolgt mittels Rentabilitäts- und Investitionsrechnungen sowie anhand von Liquiditäts-, Finanzierungs- und Stabilitätsrechnungen. In diesem Zuge sind auch die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie eventuelle Fördermöglichkeiten zu berücksichtigen. Außerdem ist es unbedingt notwendig, möglichst genaue Arbeitsbedarfsplanungen zu erstellen.
Im nächsten Schritt erfolgt die so genannte Risikoanalyse. Diese beinhaltet unter anderem das Entwerfen von „worst case“-Szenarien. Dann sind die Wahrscheinlichkeiten dafür zu ermitteln, und es ist zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Risikominimierung es gibt. Wichtig ist daneben, dass alle Fakten vollständig dokumentiert werden, damit man bei späteren Bankgesprächen gut vorbereitet ist. Zudem sollte ein innerbetriebliches Controlling installiert werden. Das heißt, dass man die Abläufe und Ergebnisse regelmäßig auswertet und hinterfragt, also dass man seine Produktion stets im Blick hat.
Voraussetzungen für Finanzierungsgespräche mit der Bank sind klare Zielvorstellungen, ein realistisches, nachvollziehbares Planungskonzept sowie eine ordentliche Präsentation Dies umfasst die Darstellung der eigenen Person, des persönlichen und betrieblichen Umfeldes, der bisherigen Entwicklung, der zukünftigen Vorstellungen und der Erwartungen an den Finanzierer. Je deutlicher Landwirte ihr Vorhaben darstellen und je klarer sie ihre Ziele formulieren, desto besser kann der Bankberater auf die Planungen eingehen.
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