Brauchen Kälber zusätzliches Mangan?
Wissenschaftler der Universität Minnesota, USA, haben untersucht, welche Auswirkungen höhere Gehalte an Mangan im Wasser auf die Entwicklung von Kälbern haben.
Für den Versuch teilten die amerikanischen Experten 33 Holstein- und Holstein-Montbeliarde-Kreuzungskälber für die ersten 70 Lebenstage in drei Gruppen auf. Die Tiere der ersten Gruppe (Kontrolle) erhielten herkömmliches Leitungswasser mit einem Mangan-Gehalt von 0,003 ppm. Die zweite Kälbergruppe bekam Wasser mit einem höheren Gehalt an Mangan von 0,25 ppm und die Tiere der dritten Gruppe erhielten Wasser mit 0,75 ppm Mangan. Um diese höheren Werte zu erreichen, wurde das Leitungswasser mit Mangancarbonat angereichert. Biestmilch wurde für die ersten vier Mahlzeiten zwei Tage lang verabreicht. Danach wurden alle Kälber zweimal täglich mit Milchaustauscher (MAT) versorgt, der 20 Prozent Rohprotein und 20 Prozent Fett enthielt. Dieser wurde mit dem jeweiligen Wasser der Gruppe angemischt, so dass der Trockenmassegehalt dann bei 11 Prozent lag.
Das Abtränken der Kälber erfolgte am 42. Lebenstag. Kälbermüsli mit 18 Prozent Rohprotein erhielten die Tiere ab dem siebten Tag zur freien Aufnahme. Außerdem bekamen die Tiere der jeweiligen Gruppe Leitungs- bzw. angereichertes Wasser ad libitum. Die Wasser- und die Futteraufnahme wurden täglich erfasst. Das Körpergewicht und die Hüfthöhe der Kälber wurden am Tag der Geburt sowie am 28., 42. und 70. Lebenstag ermittelt.
Ergebnisse: Der Mangangehalt hat keinen signifikanten Einfluss auf die MAT- oder die Müsli-Aufnahme. Die Tränkewasseraufnahme lag bei der Kontrollgruppe (Leitungswasser) vor dem Abtränken bei 2,65 Liter pro Tag. Die Kälber der zweiten Gruppe (0,25 ppm Mangan) tranken 2,71 Liter pro Tag und die Tiere der Gruppe drei 2,68 Liter. Nach dem Absetzen vom MAT lag die Wasseraufnahme pro Tag in den drei Gruppen bei 10,80 Liter, 11,83 Liter und 11,46 Liter.
Auch beim Gewicht der Tiere ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede. Am Ende des Versuchs wogen die Kälber der Kontrollgruppe 104,3 Kilogramm und die der Versuchsgruppen 99,8 bzw. 104,1 Kilogramm.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Mangangehalt des Wassers keinen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der Kälber und deren Tränk- bzw. Fressverhalten hat.
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