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Den Harnstoff im Visier (Teil 3)

Im dritten Teil der Serie von Lemmer Fullwood Praktikertipps zur Analyse und Nutzung der Milchinhaltsstoffe für das Fütterungs- und Gesundheitsmanagement steht die Interpretation des Harnstoffwertes im Vordergrund.

Eine gute Verwertung des Rohproteins aus dem Futter führt tendenziell zu sinkenden Harnstoffgehalten in der Milch.

Grundsätzlich gibt der Harnstoffgehalt der Milch Aufschluss über die Rohproteinversorgung und die Verwertung des Futtereiweißes beziehungsweise im Umkehrschluss über die Höhe der Stickstoffverluste bei der Verdauung. Die Menge an Harnstoff wird bei der Fütterung vor allem durch die aufgenommene Rohproteinmenge pro Tier und Tag, den Gehalt an UDP (Durchflussprotein) sowie durch den Anteil an im Pansen fermentierbaren Kohlenhydraten wie Zucker und Stärke beeinflusst.

Wenn die Eiweißsynthese der Pansenmikroben und der Stickstoffabbau im Pansen gut funktionieren, sinkt der Harnstoffgehalt, weil auch die Menge der Stickstoffverluste geringer ist. Die ruminale Stickstoffbilanz (RNB) steht in enger Beziehung zum Milchharnstoff.

Als Grenzwert für eine normale beziehungsweise angepasste Rohproteinversorgung der Kuh gelten 150 bis 300 mg Harnstoff pro Liter Milch. Diese Menge dient als Richtschnur. Um genaue, betriebs- und tierindividuelle Aussagen treffen zu können, müssen immer auch das Laktationsstadium, die Höhe der Milchleistung und der Eutergesundheitsstatus mit in die Auswertungen einbezogen werden.

www.lemmer-fullwood.info

 

 

11. Sep 08