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Die Jungrinderaufzucht auslagern?

Die Auslagerung der Färsenaufzucht stellt für einige Betriebe eine interessante Möglichkeit dar, sich in der Milchviehhaltung zu spezialisieren und gleichzeitig Arbeitszeit einzusparen.

Viele Familienbetriebe stehen vor Investitionsentscheidungen und Wachstumsschritten, um die Effizienz ihrer Produktion zu erhöhen. Begrenzender Faktor ist allerdings häufig die zur Verfügung stehende Arbeitskapazität.  Bei der Suche nach Strategien, um die Arbeitszeit pro Kuh und Jahr zu senken, kann die Auslagerung der Jungrinderaufzucht eine interessante Alternative sein. Wichtig dafür ist es, einen geeigneten Partner zu finden.

Der Strukturwandel in der deutschen Milchproduktion führt dazu, dass in vielen Regionen Milchviehhalter mit kleineren Beständen oder ohne Hofnachfolge überlegen, ob sie aus der Milchproduktion aussteigen. Ungeklärt ist dann meist die Frage, was mit den vorhandenen Stallgebäuden sowie der Futter- und Erntetechnik passiert und wie das nicht ackerfähige Grünland verwertet werden soll. Diese Betriebe sind als Partner für die arbeitsteilige Färsenaufzucht gut geeignet. Alle Vereinbarungen zwischen dem spezialisierten Milchviehhalter und dem Aufzüchter sollten in einem Vertrag festgehalten werden. Denkbar sind verschiedene Modelle:

  • Der Milchviehbetrieb liefert bereits die Kälber ab einem Alter von 14 Tagen in den Aufzuchtbetrieb oder dieser holt die Tiere ab.
  • Der Milchviehbetrieb liefert die Kälber erst nach der Tränkephase an den Aufzüchter, also etwa im Alter von drei Monaten.
  • Der Aufzüchter kauft die Kälber zu und verkauft sie als tragendes Jungrind an den Milchviehhalter zurück.
  • Der Milchviehhalter zahlt dem Aufzuchtbetrieb einen festen Tagessatz.

Für welches der Modelle man sich entscheidet, sollte mit dem Steuerberater geklärt werden. Der Aufzuchtbetrieb übernimmt das komplette Gesundheits- und Besamungsmanagement. Dafür ist entsprechendes Know-How notwendig. Weniger geeignet als Partner für die arbeitsteilige Jungrinderaufzucht sind daher Landwirte, die nicht das nötige Fachwissen mitbringen. Ein ehemaliger Milchviehhalter hingegen kennt sich mit der Rinderaufzucht bestens aus und wird daher keine Probleme damit haben, die Aufzucht straff und erfolgsorientiert durchzuführen.

 

 

www.lemmer-fullwood.info

 

Dateien:
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01. Jun 07