Die Zitzen im Visier
Die Zitzen der Milchkuh sind Hochleistungssportler. Während jeder Melkzeit sind sie zahlreichen Kräften ausgesetzt, die auf sie einwirken. Neben der optimalen Einstellung der Melkanlage ist besonderes Augenmerk auf den Einsatz hochwertiger Original-Zitzengummis und deren regelmäßigen Austausch zu richten.
Die Kräfte, die beim Melken auf die Zitze wirken, sind vor allem das Vakuum an der Zitzenspitze, die unterschiedliche Milchflussrate sowie die Auswirkungen durch den Zitzengummi während der Pulsation. Im Laufe einer durchschnittlichen Laktation ist die Zitze mindestens 0,25 Mio. Pulsationszyklen ausgesetzt. Der Pulsator steuert dabei das an der Zitze anliegende Vakuum beim Wechsel von der Saug- in die Entlastungsphase. Zudem regelt er die Bewegung, das heißt das Kolabieren des Zitzengummis.
Das Vakuum hat auch bei korrekter Einstellung der Melkanlage stets Auswirkungen auf die Zitzenbeschaffenheit. So nehmen die Länge und der Radius der Zitze zu. Daneben kommt es zu einer Volumenzunahme des Gewebes aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen in der Zitzenspitze. Der Strichkanal verlängert sich, und dessen Breite nimmt wegen der Gewebezunahme ab. Je höher das angelegte Vakuum, desto größer sind die Auswirkungen auf die Zitze.
Der Zitzengummi hat die Aufgabe, das angesammelte Blut und die Flüssigkeit aufgrund des einwirkenden Vakuums in der Zitzenspitze zu beseitigen, damit es nicht zum Blutstau kommt. Durch kontinuierliche Bewegungen wird die Zitze massiert und die Stimulation somit fortgesetzt. In der Saugphase wirken bei geöffnetem Zitzengummi starke Kräfte auf die Zitzenspitze ein, die nach unten gerichtet sind. Anders ist dies in der Entlastungsphase bei geschlossenem Zitzengummi. Dann wird der untere Bereich der Zitze mit einem seitlichen Druck von etwa 10 kPa zusammengepresst.
Wenn die Zitze überstrapaziert wird, verändert sich ihre Beschaffenheit und sie wird anfälliger für Infektionen. Daher ist es wichtig, die Zitzenkondition im Auge zu behalten. Diese gibt wichtige Hinweise auf Mängel bei der Einstellung der Melkanlage wie Vakuumschwankungen, Blindmelkzeiten oder Probleme durch den Zitzengummi.
Es sollten nur hochwertige Original-Fullwood-Zitzengummis zum Einsatz kommen. Diese sind nach den vorgegebenen Intervallen zu wechseln, da es sonst zu Alterungen des Gummis kommen kann. Zu alte Zitzengummis führen zu einem steigenden Anteil der Restmilch im Euter, die Tiere werden nicht ausreichend ausgemolken. Auch der Anteil an verfärbten oder veränderten Zitzen nimmt mit zunehmendem Alter des Zitzengummis massiv zu.
Daher ist es enorm wichtig, dass die vorgeschriebenen Intervalle eingehalten und die Zitzengummis regelmäßig ausgetauscht werden.
- Dateien:
Wochentipp_05-2008.pdf


