Finanzierungsfehler im Milchviehbetrieb vermeiden
Investitionen in neue Melktechnik oder Stallungen erfordern eine sorgfältige Planung. Insbesondere für die Aufnahme von Fremdkapital ist eine gute Vorbereitung wichtig, um Finanzierungsfehler zu vermeiden.
Die ersten Risiken ergeben sich, wenn im Vorfeld kein detaillierter Finanzierungsplan erstellt wird. Dadurch kann es zu einer schlechten Abstimmung der Laufzeit von Krediten und der Nutzungsdauer von Investitionen kommen. Ein in der Praxis häufig auftretendes Problem ist zudem die falsche Einschätzung des tatsächlich zur Verfügung stehenden Eigenkapitals. Dieser Anteil muss so realistisch wie möglich beurteilt werden. Ebenso wichtig ist die Einplanung des Vieh- und Umlaufkapitals. Um Liquiditätsengpässen vorzubeugen, ist es außerdem notwendig, ausreichende Finanzierungsreserven zu berücksichtigen. Ein umfassender Finanzierungsplan in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater dient dazu, die finanziellen Möglichkeiten des Milchviehbetriebes genau einzuschätzen und Finanzierungsrisiken vorzubeugen.
Doch auch nach der Investitionsmaßnahme gilt es, im laufenden Produktionsprozess stets die Finanzierung zu kontrollieren. Eine detaillierte Buchführung hilft, Schwachstellen und finanzielle Fehlentwicklungen rechtzeitig festzustellen. Dazu gehört auch, dass der Betriebsleiter den aktuellen Stand des Fremdkapitals kennt und über seine Zusammensetzung Bescheid weiß. Falls es Probleme gibt, sollten gemeinsam mit der Beratung schnelle Korrekturen der laufenden Finanzierung vorgenommen werden.
Ein wesentlicher Risikofaktor im Zuge von Investitionsmaßnahmen ist eine zu teure Finanzierung. Dies kann passieren, wenn bei der Planung keine Vergleich zwischen den Angeboten, d.h. dem Effektivzins, verschiedener Kreditinstitute vorgenommen wird. Auch der Verzicht auf öffentliche Fördermittel und das Beleihen bestehender Lebensversicherungen kann dazu führen, dass die Finanzierung mittelfristig den Rahmen sprengt. Riskant sind zudem zu hohe kurzfristige Kredite, vor allem bei Lieferanten, von zum Beispiel Futtermitteln. Teuer wird es auch, wenn kein ausreichendes Limit auf dem laufenden Girokonto besteht. Denn dadurch kann es in bestimmten Situationen zu hohen Überziehungszinsen kommen. Wer Dauerschulden auf dem laufenden Konto hat, sollte diese rechtzeitig umschulden, um die hohen Kosten zu vermeiden.
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