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Fliegen im Kuhstall den Garaus machen

Fliegen haben bei steigenden Temperaturen und feucht-warmem Wetter Hochsaison. Oft rücken sie scharenweise in Ställen, Milchkammern und Melkständen an und werden zur Plage für Kühe und Menschen.

Ein gutes Hygienemanagement von Boxen, Laufgängen und Futtertischen ist im Rahmen der Vorbeuge gegen starken Fliegenbefall sehr wichtig. Oft reichen die Maßnahmen aber nicht aus, um die Vermehrung der lästigen Insekten zu stoppen. Häufig ist eine gezielte Bekämpfung notwendig.

Ist der Fliegenbefall noch nicht sehr stark, bieten sich mechanische Verfahren an. Einfach, aber wirkungsvoll ist die Montage von Fliegengittern an den Fenstern, z.B. im Melkstand. So kann man zumindest verhindern, dass die Plagegeister die Fenster als Einflugschneise nutzen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Anbringen von Fliegenfallen, wie Klebestreifen, UV-Lichtfallen („Fliegentoaster“) oder Fraßköderstationen. Klebefallen sind mit Lockstoffen versehen, welche die Insekten anlocken. Die Köderstationen sind mit Fraßgiften ausgestattet, die ebenfalls Locksubstanzen enthalten. Davon werden die Fliegen angelockt, sie sterben nach Verzehr des Giftes und fallen in den Auffangbehälter.

Der Erfolg von Fliegenfallen ist abhängig von der richtigen Platzierung im Stall. Klebe- und UV-Lichtfallen sollten in der Nähe von Türen und Toren sowie an besonders warmen und hellen Stellen angebracht werden, also an beliebten Fliegenrastplätzen. Wichtig für die Wirksamkeit ist zudem ein regelmäßiger Austausch bzw. ein Entleeren der Fallen.

Dort wo Vorbeuge und mechanische Bekämpfungsmaßnahmen nicht ausreichen, müssen chemische Verfahren zum Einsatz kommen. Diese hemmen den Entwicklungszyklus der Fliegen, entweder schon im Larven- bzw. Madenstadium (Larvizide) oder bei erwachsenen Insekten. Die Larvizide werden direkt an den Brutplätzen ausgebracht. Oft kann man bei genauem Hinsehen die Larven als kleine, weiße „Würmer“ erkennen. Ein idealer Brutplatz ist die Gülle. Auch Kothaufen in Ecken zwischen den Boxenabtrennungen, vor dem Fressgitter etc. sollten mit dem Larvizid versehen werden.

In dieser Jahreszeit sind aber oft schon sehr viele Fliegen im Stall, so dass eine Larvenbekämpfung allein meist nicht mehr ausreicht. Dann bieten sich zusätzlich Kontakt- oder Fraßgifte an. Die Kontaktgifte werden meist als Streichmittel oder Sprays angeboten. Man trägt diese gezielt als Belag an den Stellen auf, wo sich die Fliegen am liebsten aufhalten: warme Wände im Kuh- oder Kälberstall, Fensterbänke im Melkstand und in der Milchkammer, Fressgitter u.A. Neben den Kontaktgiften gibt es auch Fraßgifte, die die Fliegen mit einem Lochstoff anziehen und sie vergiften. Die Mittel sollten. auf Tellern o.Ä. an Stellen platziert werden, wo die Fliegen gerne zwischenlanden, z.B. auf Fensterbänken.

Die Fraßgifte dürfen aber niemals in Reichweite von Kindern- sowie Haus- und Nutztieren ausgebracht werden!

Da Fliegen sich extrem stark vermehren, können sie gegen kontinuierliche chemische Bekämpfungsmaßnahmen schnell resistent werden. Daher sind die Wirkstoffe der eingesetzten Mittel spätestens alle zwei bis drei Monate zu wechseln.

Stallfliegen lassen sich auch auf biologischem Weg mit ihren natürlichen Feinden bekämpfen. So wird die Güllefliege in Güllekanälen ausgesetzt, wo ihre Larven die der Stallfliegen fressen.

Schlupfwespen werden zur natürlichen Fliegenbekämpfung in Tiefstreu-Ställen eingesetzt.

 

 

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17. Aug 07