Fruchtbarkeitsstörungen bei Milchkühen vorbeugen
Die Ursachen für Fruchtbarkeitsstörungen in Milchviehherden sind vielfältig. Die Fütterung kann dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Die Energieversorgung hat den größten Einfluss auf das Fruchtbarkeitsgeschehen. Sowohl eine Über- als auch Unterversorgung haben nachteilige Auswirkungen. Das Risiko für eine energetische Unterversorgung ist nach dem Abkalben am höchsten. Dadurch kann es zu starken Belastungen des Leberstoffwechsels und zur Ketose kommen. Verbunden damit treten häufig eitrige Gebärmutterentzündungen, Brunstlosigkeit und Veränderungen der Eierstöcke auf, wodurch das Fruchtbarkeitsgeschehen negativ beeinflusst wird.
Über eine bedarfsgerechte Fütterung lässt sich vorbeugen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang besonders die Versorgung der Tiere in der Trockenstehzeit. Die Kühe müssen in einer optimalen Körperkondition zum Abkalben kommen. Verfettete Tiere haben nicht nur Probleme beim Kalben, sondern auch in der nachfolgenden Laktation eine deutlich schlechtere Futteraufnahme. Dadurch wird der Energiemangel verstärkt, und die Kühe sind gezwungen, Körperfett abzubauen. Dieser Fettabbau ist eine Ursache der Ketose und der Folgestörungen. Nach dem Abkalben müssen Kühe mit hohen Einsatzleistungen möglichst große Mengen von bestem Grundfutter erhalten, und die Kraftfutterzuteilung ist in einer angemessenen Zeit auf die Leistung einzustellten.
Die Rohproteinversorgung sollte ebenfalls gezielt dem Bedarf angepasst werden. Dabei sind die Obergrenzen für die Abbaubarkeit zu beachten. Eine regelmäßige Kontrolle der Rationszusammensetzung hilft, Fehler zu vermeiden.
Hinsichtlich der Mineralstoffgabe gilt, dass sowohl eine Unterversorgung als auch eine deutliche Überversorgung Schäden verursachen können. So kann ein Phosphormangel die Funktion der Eierstöcke hemmen und somit zur Brunstlosigkeit führen. Bei einem Natriummangel kann es zu Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut sowie zu unregelmäßigen Brunstintervallen und Zysten kommen.
Die Vitaminversorung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle zur Vorbeuge von Problemen. Ein Mangel an Beta-Carotin, der Vorstufe für das Vitamin A, kann zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Mangelerscheinungen können bei einseitiger Maissilagefütterung mit einem zu geringen Anteil Grünfutter oder Grassilage in der Ration entstehen. Auch das Verfüttern von älterer Grassilage mangelnder Qualität erhöht das Risiko für einen Beta-Carotin-Mangel.
Generell gilt, dass bei Fruchtbarkeitsstörungen neben der Fütterung auch die Haltung und das gesamte Management zu überprüfen sind. Denn meist entstehen die Probleme aufgrund einer Kombination verschiedener negativer Faktoren.
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