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Günstiger Füttern mit Rapsschrot statt Sojaschrot

Rapsextraktionsschrot lässt sich problemlos als Ausgleichsfutter in der Grundration bei Milchvieh einsetzen. Das haben verschiedene Fütterungsversuche der Landwirtschaftskammer Hannover ergeben. Der Austausch von einer Mischung aus Soja- und Rapsextraktionsschrot zu gleichen Teilen durch Rapsextraktionsschrot hat sich weder auf die Futteraufnahme noch auf die Milchleistung negativ ausgewirkt. Bei dem Versuch der LVA Iden, bei dem die Hochleistungsgruppe in den ersten 120 Laktationstagen eine durchschnittliche Tagesleistung von über 40 kg Milch erreichte, wurden selbst bei einer Einsatzmenge von 4,3 kg Rapsschrot pro Tier und Tag keine Leistungsunterschiede zwischen den beiden Fütterungsgruppen festgestellt.

Auch in der Praxis wird immer häufiger das teure Sojaschrot durch Rapsextraktionsschrot ersetzt, das viel günstiger zu bekommen ist. Übereinstimmend berichten die Betriebsleiter, dass nach der Fütterungsumstellung weder bei der Milchmenge noch bei den Milchinhaltsstoffen auffällige Veränderungen festgestellt wurden. Wegen des niedrigeren Wertes für die ruminale Stickstoffbilanz (RNB) im Rapsschrot wurden beim Milchharnstoffgehalt erwartungsgemäß etwas geringere Werte festgestellt, was auf reduzierte NH3-Überschüsse im Pansen schließen lässt. 

Die Preisdifferenz zwischen Sojaextraktionsschrot und Rapsschrot betrug im vergangenen Jahr bis zu 19 €/dt. Der aktuelle Marktpreis für Rapsschrot liegt bei rund 19 €/dt und damit immer noch rund 11 €/dt unter dem Preis für Sojaextraktionsschrot. Nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer Hannover dürfte Rapsschrot 27,19 €/dt kosten, um Kostengleichheit zu erzielen. Die Preiswürdigkeit wurde auf der Basis von nXP und NEL berechnet, wobei bei der Kalkulation ein Austausch gegen Sojaextraktionsschrot und Weizen erfolgte. Der Weizen wurde mit 13 €/dt kalkuliert.

Bei der Rationsgestaltung sollte der niedrigere Energiegehalt des Rapsschrotes (6,4 MJ NEL / kg im Vergleich zu 7,6 MJ NEL/ kg beim Sojaschrot) insbesondere bei höheren Einsatzmengen berücksichtigt werden, empfehlen die Fütterungsexperten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

06. Apr 10