Im Milchviehstall für Abkühlung sorgen
Die heißen Sommertage stehen vor der Tür und mit ihnen die Gefahr von Hitzestress bei den Milchkühen im Stall. Abhilfe schaffen ausreichend hohe Luftraten und das Anfeuchten der Luft mit Sprinkleranlagen.
Der thermische „Komfort-Bereich“ bewegt sich bei den meisten Kühen zwischen 4,5° Celsius und 24° Celsius. Bei hochleistenden Tieren beginnt leichter Hitzestress, wenn die Lufttemperatur 24° Celsius oder mehr beträgt und gleichzeitig die relative Luftfeuchte über 70 Prozent liegt. Eine starke Beeinträchtigung des Wohlbefindens entsteht ab einer Temperatur von knapp 29° Celsius und darüber sowie einer relativen Luftfeuchte von mehr als 50 Prozent.
Kühe, die unter Hitzestress leiden, reduzieren ihre Futteraufnahme, die Milchproduktion sinkt und die Fruchtbarkeit verschlechtert sich. Hochleistende Tiere sind dabei besonders anfällig. Daher versuchen viele Milchviehhalter, im Stall für Abkühlung zu sorgen. Neben der baulichen Gestaltung und Optimierung des Stalles, zum Beispiel mit offenen Seitenwänden und regelbaren Curtains, dienen groß dimensionierte Ventilatoren zur Erhöhung der Mindestluftrate im Sommer. Ein positiver Nebeneffekt des „künstlichen Windes“ ist, dass sich weniger Fliegen im Gebäude und im Melkstand aufhalten.
Eine weitere Möglichkeit, den Hitzestress bei sehr hohen Außentemperaturen zu reduzieren, ist die Installation von Wassersprinkleranlagen mit niedrigem Druck. Diese können zum Einsatz kommen, wenn ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet ist. Mit dem leichten Anfeuchten der Luft kann das Wohlbefinden der Kühe gesteigert werden. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Sprinkler nicht an schwülen-warmen Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit laufen, da die Gefahr besteht, dass die relative Luftfeuchte im Stall dann über den kritischen Wert steigt.
Sprinkleranlagen kann man als Selbstbaulösungen mit Rohren und Düsen aus dem Baumarkt anfertigen. Sie sind so zu installieren, dass das Futter und die Liegeflächen nicht feucht werden. Außerdem ist zu gewährleisten, dass der Boden nicht zu nass wird und sich keine Pfützen bilden können. Das versprühte Wasser sollte so schnell wie möglich in die Gülle gelangen.
Von Milchviehspezialberatern in Minnesota, USA, wird empfohlen, an heißen Tagen die Sprinkler alle 10 bis 15 Minuten für eine Dauer von einer bis maximal drei Minuten Wasser versprühen zu lassen. Währenddessen sollten die Ventilatoren im Stall ebenfalls laufen, um eine gute Verteilung der Wassertröpfchen zu erzielen. Es ist darauf zu achten, dass die Sprinkleranlage nicht ständig in Betrieb ist, da es sonst zu einer zu hohen Luftfeuchte kommt. Diese kann nachteilige Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Kühe haben.
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WT_KW2807.pdf

