Investitionen in die Milchviehhaltung sorgfältig planen
Vor größeren Investitionen und Wachstumsschritten sollte jeder Betriebsleiter eine intensive Planung vornehmen und sich dabei einige kritische Fragen stellen.
Diese Vorbereitungen dienen als Grundlage für Gespräche mit Berater und der Bank. Besonders wichtig ist im Vorfeld der Planungen, dass die Kosten und die Entlohnung aller eingesetzten Faktoren genau beleuchtet werden. Nur wer seine Produktionskosten kennt, kann gezielte Optimierungsmaßnahmen umsetzen.
Zudem müssen eine sorgfältige Liquiditätsplanung und eine realistische Zukunftseinschätzung erfolgen. Dabei sind marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Preisschwankungen einzukalkulieren. Der Milchviehhalter muss wissen, bei welchen Preisen die Liquidität in Gefahr ist und wie er angemessen darauf reagieren kann. In Hochpreisphasen gilt es, Reserven und ausreichend Eigenkapital zu bilden.
Folgender Fragenkatalog dient als Anhaltspunkt für Investitionsplanungen:
- Wie können die Effizienz und die Rentabilität im vorhandenen Betrieb gesteigert werden?
- Wo besteht in meinem Betrieb bereits jetzt Verbesserungspotenzial bezüglich der Produktionskosten?
- Was sind die betrieblichen Ziele für nächsten 5, 10 und 20 Jahre?
- Ist eine Erweiterung der vorhandenen Stallgebäude möglich oder muss ein Neubau geplant werden?
- Welche Melktechnik in welcher Dimension reicht für die Produktion in den nächsten 10 bis 20 Jahren aus?
- Ist ein größerer Wachstumsschritt notwendig oder reicht die Bestandsgröße für eine zukunftsfähige Produktion aus?
- Ist die Milchviehhaltung das einzige wirtschaftliche Standbein des Betriebes?
- Ist die Hofnachfolge gesichert?
- Wie viele Familien müssen zukünftig von der Milchviehhaltung leben?
- Ist die Liquidität des Unternehmens langfristig gesichert?
- Welche Leistungssteigerung ist mit der Investition in neue Stallungen und/oder neue Melktechnik zu realisieren?
- Welcher zusätzliche Gewinn kann mit der Investition erreicht werden?
- Wie viele Arbeitskräfte stehen im Betrieb zur Verfügung?
- Welche Herdengröße kann mit diesen Arbeitskräften bewirtschaftet werden, ohne dass man in die Arbeitsfalle gerät?
- Ist ein Wachstumsschritt in Dimensionen geplant, wodurch das Einstellen einer Fremd-AK notwendig wird?
- Wie teuer ist diese und woher bekommt man gutes Personal?
Weitere Informationen und eine Investitionsumfrage zum landwirtschaftlichen Bauen finden Sie auch unter www.bfl-online.de
www.lemmer-fullwood.info


