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Kälber mit Vollmilch tränken?

Der Einsatz von Vollmilch in der Kälberaufzucht kann eine Alternative zur Milchaustauschertränke (MAT) sein.

Bei der Vollmilch-Tränke in der Kälberaufzucht ist Hygiene das A und O.

Allerdings müssen einige Punkte beachtet werden, um Problemen vorzubeugen und eine gesunde Entwicklung der Kälber zu erreichen.

Der Einsatz von Vollmilch erfolgt grundsätzlich in den ersten Lebenswochen. In dieser Zeit ist die Versorgung mit hochwertigem Rohprotein besonders wichtig. Die Kombination mit einem Null-Milchaustauscher sichert eine langsame Gewöhnung des Verdauungsapparates an die milchfremden Inhaltsstoffe des Milchaustauschers. Zudem sollte die Vollmilch-Tränke mit Spurenelementen und Vitaminen ergänzt werden, um die Entwicklung eines stabilen Immunsystems zu unterstützen.

Bei einer Tränkedauer von 84 Tagen sollte die Vollmilch spätestens ab der 8. Lebenswoche entzogen werden. Bereits in der 4. - 5. Lebenswoche kann auf die alleinige Milchaustauschertränke umgestellt werden. Wichtig ist aber, dass die Kälber frühzeitig hochwertigen Kälberstarter, zum Beispiel als Pellets bekommen.

Wird die Vollmilch zu lange an ältere Kälber verabreicht, kann es zu Problemen beim Absetzen von der Milch kommen. Das Absetzen von der Tränke sollte schrittweise erfolgen. Damit wird die Aufnahme von Kraftfutter und Heu stimuliert.

Bei hohen Außentemperaturen ist die Haltbarkeit von Vollmilch eingeschränkt. Sie kann nur kurz gelagert und muss frisch vertränkt werden. Wenn aber die Milch ansäuert, das heißt "dick" legt, kann man die Haltbarkeit verlängern.

Allerdings sollte dann bereits die Kolostralmilch angesäuert werden, um das Kalb direkt an die Aufnahme saurer Milch zu gewöhnen.

 

 

02. Mai 08