Mit Futterfetten mehr Energie für Milchkühe
Der Einsatz von geschützten Futterfetten dient der Erhöhung der Energiedichte in der Ration von frischlaktierenden Kühen. Allerdings sind einige Punkte bei der Zugabe von Fett zu beachten.
Die ersten Wochen nach dem Abkalben stellen eine der kritischsten Phasen in der Laktation dar. Denn der Nährstoffbedarf der Kühe steigt sprunghaft an, während die Futteraufnahme zunächst nur langsam zunimmt. Dadurch entsteht zwangsläufig ein Energiedefizit, was bei Hochleistungskühen häufig auch mit der Mobilisierung von körpereigenen Fettreserven nicht ausgeglichen werden kann. Das führt in einigen Milchviehherden dazu, dass trotz des Einsatzes hochwertiger Grund- und Kraftfutterkomponenten keine ausreichenden Energiegehalte in der Ration für die Hochleistungsgruppe erreicht werden können. Die entstehende „Energielücke“ hat wiederum zur Folge, dass die betroffenen Kühe mehr oder weniger stark an Körperkondition verlieren.
Mit dem Einsatz von Futterfetten kann die Energiedichte in der Ration der Frischabkalber betriebsindividuell erhöht werden. Die auf dem Markt befindlichen Produkte weisen durchschnittliche Energiegehalte von etwa 18 bis 25 MJ NEL/kg auf. Fette haben gegenüber Stärke oder Protein einen etwa 2,3mal so hohen Bruttoenergiewert. Für Milchkühe müssen pansengeschützte Fette verwendet werden. Diese sind im Pansen nicht abbaubar, wodurch negative Einflüsse auf die Pansenmikroben und die Pansengesundheit vermieden werden sollen. Mit geschützten Fettquellen passieren die Fettsäuren bzw. Fette den Pansen weitestgehend unverändert.
Die Menge des eingesetzten Futterfettes richtet sich nach dem Fettgehalt der Gesamtration. Eine genaue Analyse und Rationsberechnung ist daher unerlässlich. Als Richtwert kann eine Obergrenze von maximal 400 bis 450 Gramm pansengeschütztes Fett pro Tier und Tag gelten, immer abhängig von den anderen Komponenten, die in der Ration verwendet werden.
Aussagen von Praktikern und Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Futterfetten helfen kann, hochleistende Kühe nach dem Kalben durch höhere Energiegehalte besser auszufüttern und zu verhindern, dass sie in den ersten Laktationswochen in eine negative Energiebilanz geraten. Damit wird eine flachere Laktationskurve erreicht, da die Kühe nicht so schnell in der Milch abbauen. Einem Verlust an Körperkondition kann man somit ebenfalls vorbeugen.
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