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Mit System in die Milchviehhaltung investieren

Die marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich für die deutschen Milchviehhalter deutlich verändert. Um nachhaltig von der positiven Entwicklung zu profitieren, sind unternehmerisches Denken und besonnenes Handeln gefragt. Dies gilt insbesondere bei Investitionsmaßnahmen.

Im Zuge von Investitionsplanungen gilt es zunächst, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes kritisch zu hinterfragen. Dabei wird zum einen der Erfolg der Produktion in den zurückliegenden Jahren überprüft. Anhand von vorliegenden Buchführungszahlen und Jahresabschlüssen sowie dem Geld-Rück-Bericht sowie der Aufstellung der Finanzkonten kann eine sehr genaue Einschätzung der ökonomischen Situation des Unternehmens erfolgen. Dies ist eine wichtige Vorbereitung für Finanzierungsgespräche bei der Bank und für eine gute Position beim Rating.

Für die Wirtschaftlichkeit gilt der Grundsatz: Liquidität geht vor Rentabilität. Daher gilt es zu durchleuchten, welche Risiken sich bei einer Finanzierung ergeben können. Zudem muss die Produktivität analysiert werden. Die Rentabilität ist zu differenzieren und zu strukturieren. Außerdem sind die Beleihungsgrenze und die Kapitaldienstgrenzen des Betriebes zu prüfen.

Ein wirtschaftlicher stabiler Betrieb muss folgende Kriterien erfüllen: Das Girokonto darf nicht ständig im „Soll“ sein. Rechnungen werden zeitnah aus dem Guthaben mit Skontonutzung bezahlt. Der Betrieb bildet Rücklagen und kann Ersatzinvestitionen mit Eigenkapital finanzieren. Die Finanzierung von Nettoinvestitionen sollte mit mindestens 30 Prozent Eigenkapital erfolgen können. Es sind ausreichende Versicherungen nachweisbar. Die Gebäude, Maschinen etc. befinden sich in einem guten Zustand.

Im Rahmen von Investitionsplanungen wird außerdem beurteilt, welche Entwicklungsmöglichkeiten der bisherige oder zukünftige Betriebsstandort bietet. Auch die Möglichkeit zur Ausrichtung auf eine international wettbewerbsfähige Produktion ist dabei von großer Bedeutung. Zu hinterfragen sind daneben die betrieblichen Kapazitäten, wie Arbeitskräftebesatz und Management- sowie Führungsqualitäten des Milchviehhalters. Ebenfalls in die Beurteilung einbezogen wird das Leistungsniveau der Milchproduktion und der Pflanzenproduktion. Falls der Betrieb sich hier deutlich unter dem Durchschnitt bewegt, sollten zunächst Optimierungsmaßnahmen erfolgen, bevor ein Investitionsschritt getätigt wird.

 

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14. Dez 07