Ratten im Milchviehbetrieb den Garaus machen
Herbstzeit ist leider auch Rattenzeit Denn mit Beginn der kälteren Monate suchen die Schadnager warme Plätze zum Überwintern auf. Daher ist eine möglichst frühzeitige Bekämpfung notwendig, damit sich die Ratten nicht vermehren können.
Spätestens, wenn die letzten Maisfelder abgeerntet sind, finden Mäuse und Wanderratten im Freien keine Nahrungsgrundlage mehr. Dann zieht es die Tiere Richtung Stallungen und Futtersilos. Offene Kraftfutterlager und Mischrationen auf dem Futtertisch sind für die Schadnager ein gefundenes Fressen.
Ratten und Mäuse können gefährliche Krankheitserreger übertragen und so Ursache für die Ausbreitung von Coli- und Salmonelleninfektionen, Botulismus und anderen Erkrankungen in der Herde sein. Außerdem verschlechtert sich durch den Kot der Schadnager die Futterhygiene bis hin zum Verderb der Ration. Hinzu kommen Schäden an den Stallgebäuden, weil Ratten an Wänden, Türen, Stromleitungen etc. nagen. Die Ratten- und Mäusepopulationen vermehren sich aufgrund ihrer hohen Fruchtbarkeit und dem kurzen Generationsintervall rasend schnell und exponentiell. Daher ist eine frühzeitige Vorbeuge und Bekämpfung immer erfolgreicher, als eine sehr große Population vernichten zu müssen. Die Vorbeuge im Milchviehbetrieb umfasst vor allem das Verbessern von Sauberkeit und Ordnung sowie die Optimierung der Silage- und Getreidelagerung. Materiallager, Gerümpelhaufen, Erdhaufen auf dem Hofgelände, Futterreste zwischen Silo und Stall oder lose gelagertes Futter bieten hervorragende Schlupfwinkel für die Schadnager und sollten daher vermieden werden.
Die systematische chemische Bekämpfung erfolgt am besten anhand eines Schadnager-Bekämpfungsplans. Auf einer Hofskizze wird eingetragen, wo Köderstationen angelegt sind. Diese werden im Abstand von 10 bis 15 Metern entlang der Außenwände des Stalles aufgestellt. In den Stationen werden handelsübliche Bekämpfungsmittel wie Rattengift, Köderblöcke oder Ködergranulat ausgelegt. Dabei ist es unbedingt notwendig, nach Gebrauchsanweisung vorzugehen und sämtliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Kindern und Haustieren einzuhalten! In regelmäßigen Abständen ist die Befüllung der Köderstationen zu überprüfen und zu ergänzen. Die Rattenbekämpfung sollte immer großräumig auf dem gesamten Betrieb erfolgen.
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