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Raus aus der Arbeitsfalle im Milchviehbetrieb!

Auswertungen und Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Arbeitszeit in Milchviehbetrieben teilweise große Spannen aufweist. Wo die Ursachen dafür liegen und wo noch Optimierungspotenzial besteht, erfahren Sie im Lemmer Fullwood Praktikertipp.

Ein hoher Spezialisierungsgrad ist Voraussetzung für die Senkung der Gesamtarbeitszeit.

Um Optimierungen zu erzielen und nicht in die Arbeitsfalle zu geraten, stellen einzelbetriebliche Erfassungen des tatsächlichen Zeitaufwands eine wichtige Grundlage dar. Damit ist die Bestimmung der eigenen Ausgangssituation möglich. Stärken und Schwächen können analysiert werden. Aus dem so erstellten Ist-Profil können dann realistische Kalkulationen des Arbeitszeitbedarfes sowie des Lohnanspruches erfolgen. Das ist insbesondere bei Investitionsplanungen für Wachstumsschritte unerlässlich, um die Grenzen der eigenen Arbeitskapazität festzulegen und zu erkennen, wann der Einsatz einer oder mehrerer Fremd-Arbeitskräfte notwendig wird.

Eine fehlende Übersicht und Planung kann zu gravierenden Problemen führen. Dazu ein Beispiel: Oft arbeiten in Familienbetrieben die Altenteiler noch in vielen Bereichen mit. Ihre eingebrachte Arbeitszeit wird allerdings häufig nicht berechnet. Wenn sie dann aufgrund Ruhestands oder aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden, klafft plötzlich eine Lücke und der Betriebsleiter muss diese Stunden zusätzlich „schultern.“ Hat er dies nicht vorausschauend mit eingeplant, schnappt die Arbeitsfalle schnell zu. Das gleiche gilt für andere unvorhergesehen Situation wie Krankheit oder Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen. Bei der Beurteilung des Ist-Zustandes müssen daher die Arbeitsstunden aller im Betrieb tätigen Personen mit erfasst werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Arbeitsabläufe besser zu planen und die Produktivität zu verbessern. Bei der täglichen Arbeit muss die Kontrolle stets am Anfang stehen. Wochenpläne und Tagespläne erleichtern die Organisation der anfallenden Tätigkeiten.

Sie haben zudem den Vorteil, dass man erledigte Dinge abhaken kann. Außerdem ist für jede im Betrieb beteiligte Person auf einen Blick erkennbar, was am bevorstehenden Tag und in der laufenden Woche zu tun ist. Wochen- oder Tagespläne können ohne großen Aufwand beispielsweise mit den Listen der automatisierten Tierbeobachtung „FULLEXPERT“ erstellt werden. Grundsätzlich sollte man überlegen, ob man wiederkehrende Arbeiten wie Trocken stellen, Pflege des Klauenbades, Kälberiglus entmisten etc. bündeln bzw. an festen Wochentagen erledigen kann.

Auch überbetrieblich gibt es zahlreiche Lösungsansätze, um den Spezialisierungsgrad und somit die Produktivität in der Milchviehhaltung zu steigern. Ein Beispiel ist das Rationalisieren der Außenwirtschaft durch den Einsatz des Lohnunternehmens für viele Bereiche des Futter- und Ackerbaus. Denkbar sind auch Kooperationen in Form von Maschinengemeinschaften oder der Abschluss von Bewirtschaftungsverträgen.

Die Auslagerung der arbeitsintensiven Färsenaufzucht stellt ebenfalls eine Möglichkeit dar, um den Zeitaufwand pro Kuh und Jahr zu senken. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man einen geeigneten Partnerbetrieb  für diese Form der Zusammenarbeit findet.

www.lemmer-fullwood.info

23. Aug 08