Risikoanalyse bei Investitionsmaßnahmen im Milchviehbetrieb
Eine gezielte Betriebsentwicklungsplanung, wie im Wochentipp KW 29 unter www.lemmer-fullwood.info beschrieben, sollte auch eine eingehende Risikoanalyse beinhalten. Wie diese aussehen kann, erfahren Sie im Folgenden.
Die Risikoanalyse dient zur Abschätzung der produktionstechnischen und finanziellen Risiken. Außerdem werden auch Ansätze zur Risikominimierung diskutiert, damit die geplante Investitionsmaßnahme langfristig zum gewünschten Erfolg führt.
Zur Kalkulation des möglichen Risikos eines Investitionsschrittes bietet sich die Berechnung von vier Szenarien an: erwartetes Mittel, „best case“, „break even“ und „worst case“. Das heißt, man berechnet den erwarteten durchschnittlichen Gewinn sowie einen möglichen Gewinn bei überdurchschnittlichen produktionstechnischen Leistungen und bei hohen Erlösen (best case). Der „break even“-Punkt gibt an, bei welchen biologischen und ökonomischen Ergebnissen eine Deckung der Vollkosten erreicht wird und bildet damit die „Messlatte“, die überschritten werden muss. Die „worst case-Analyse“ beschreibt schließlich die Verlusterwartung, wenn sowohl die produktionstechnischen Ergebnisse als auch die Erlöse unterdurchschnittlich sind.
Letztgenannte Berechnungen und die Ermittlung der Wahrscheinlichkeit hierfür dienen der Abschätzung des Risikos einer Investitionsmaßnahme. Dabei sollten auch Möglichkeiten zur Risikominimierung diskutiert werden. Dazu gehören zum einen die Prüfung, wie weit Ausfälle durch Versicherungsverträge abgemildert werden können. Zum anderen aber ist auch die zeitnahe Dokumentation aller betrieblichen Abläufe erforderlich, um produktionstechnische oder finanzielle Problem frühzeitig zu erkennen. Ein innerbetriebliches Controlling dient darüber hinaus der laufenden Beurteilung der betrieblichen Situation. Es gibt zahlreiche Hilfsmittel, wie Buchführungsdaten, Gewinn- und Verlustrechnung, Betriebszweigauswertungen, Arbeitskreisergebnisse sowie beispielsweise der Einsatz der automatisierten Tierbeobachtung FULLEXPERT, welche die Überwachung erheblich vereinfachen.


