Sie sind hier: Aktuelles

Runter von hohen Kälberverlusten

Wie zahlreiche Auswertungen zeigen, liegen die durchschnittlichen Kälberverluste in deutschen Milchviehbetrieben noch immer bei über zehn Prozent. Die Folge sind hohe wirtschaftliche Einbußen.

Diese resultieren aus dem eigentlichen Verlust des Kalbes sowie aus den entstandenen Kosten für Futter und Arbeit. Außerdem fehlen bei hohen Ausfällen die weiblichen Kälber für die spätere Remontierung der Herde. Somit verringern sich die Selektionsmöglichkeiten für die Realisierung des Zuchtfortschrittes im Bestand.

Als Zielgröße für eine erfolgreiche Kälberaufzucht sollten daher unter fünf Prozent Verluste angestrebt werden. Voraussetzung dafür ist ein straffes Management von Geburt an. Intensives Augenmerk muss dabei auf die ersten vier Lebenswochen gerichtet werden, da die meisten Verluste in dieser kritischen Phase auftreten. Denn die Tiere sind in dieser Zeit besonders anfällig für Infektionen mit Durchfallerregern oder Erregern von Atemwegserkrankungen.

Im Rahmen der Vorbeuge von Erkrankungen gilt es daher, die Hygiene in der Kälberaufzucht zu optimieren. Das Abkalben muss in einer sauberen, frisch eingestreuten Abkalbebucht erfolgen. Nach der Geburt sind die Kälber einzeln in gereinigten, am besten auch desinfizierten, Iglus oder Hütten unterzubringen. Auch in der folgenden Gruppenhaltung ist auf saubere, stets frische Einstreu zu achten. Zudem muss das Tränken der Tiere unter hygienisch einwandfreien Bedingungen erfolgen. Dies gilt gleichermaßen für Tränkeautomaten wie für die Eimer- oder die Trogtränke.

Damit die Kälber von Geburt an ein stabiles Immunsystem aufbauen können, müssen sie schnell wie möglich Biestmilch bekommen. Außerdem benötigen die Tiere ein optimales Klima. Zugluft ist unbedingt zu vermeiden. Gleichzeitig muss aber die Luftrate ausreichen, um Schadgase etc. aus dem Tierbereich abzuführen.

25. Jan 08