Selenmangel bei Rindern vorbeugen
Eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen bei Milchkühen und Jungrindern trägt maßgeblich zur Leistungsfähigkeit und zur Gesunderhaltung der Herde bei. Vor allem bei jungen Tieren besteht ein erhöhtes Risiko für Selen- und Vitamin-E-Mangel.
Selen (Se) ist in allen Körpergeweben vorhanden und übernimmt als Enzymbestandteil eine wichtige Funktion beim der Schutz der Zellen vor aggressiven Stoffwechselendprodukten, den so genannten freien Radikalen. Auch Vitamin E erfüllt diese Aufgabe als Antioxidans.
Die Selenversorgung der Tiere hängt wesentlich vom Selengehalt des Futters sowie von der Verfügbarkeit des Spurenelementes in der Ration ab. Die Se-Gehalte in Futtermitteln weisen große Schwankungen auf und variieren aufgrund unterschiedlicher Bodenarten auch regional sehr stark. Wissenschaftliche Untersuchungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass in zahlreichen Grünlandbeständen und somit auch in Rationen für Rinder und Kühe zu wenig Selen vorhanden ist.
Mangelerscheinungen äußern sich bei Kälbern mit Trinkschwäche, Schlucklähmung bis hin zum Festliegen und plötzlichen Todesfällen. Erwachsene Rinder leiden unter Sterilität und Nachgeburtsverhaltung.
Um einem Selenmangel vorzubeugen, sollten Rinder ganzjährig mit einer abgestimmten vitaminisierten Mineralstoff- und Spurenelementmischung versorgt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Mischungen auf die jeweilige Produktionsstufe ausgerichtet sein müssen.
Erhebliche Se-Mängel werden häufig bei Erstkalbinnen und Jungrindern beobachtet. Besonders Färsen haben einen erhöhten Bedarf an Selen und anderen Antioxidantien. Daher sollte regelmäßig die Spurenelementversorgung im Bestand durch Beprobung von Tieren verschiedener Altersklassen untersucht werden. Bei leichteren Mangelzuständen und zur Vorbeuge, speziell bei Jungrindern, können spezielle Präparate zum Einsatz kommen, mit denen die Selenversorgung gezielt optimiert wird.
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