Mehr Milch aus der Maissilage
Silier-Tipps zum Erntestart
Die Maisernte beginnt vielerorts in diesen Tagen. Wer die wichtigsten Punkte beachtet, erzielt eine hohe Futterqualität und kann so mehr Milch aus der Maissilage gewinnen. Schauen Sie nicht nur auf die Erntekosten, denn die Futterqualität leidet oft unter dem „schnell-schnell-Prinzip“. Vor allem für das Einsilieren sollte man sich die Zeit nehmen, um das Erntegut optimal einzulagern.
Unsere Tipps:
Der Erntetermin
Bei Silomais ist der Erntezeitpunkt optimal, wenn die Körner sich in der Teigreife befinden. Der Trockenmasse-Gehalt im Korn liegt dann über 60 Prozent, bei normaler Kolbenbildung beträgt der Trockenmasse-Gehalt der Gesamtpflanze dann zwischen 30 und 35 Prozent. Partien mit höheren Trockensubstanzgehalten lassen sich schlechter verdichten. Damit sinkt die Verdaulichkeit der Restpflanze und es wächst das Risiko von Nacherwärmungen.
Hinweise zum aktuellen Reifeverlauf und damit zum optimalen Erntezeitpunkt in der Region bekommt man durch das Reifeprognose-System des Deutschen Maiskomitees unter www.maiskomitee.de/maisprog sowie bei den Beratern der Landwirtschaftskammer und der Beratungsringe.
Richtige Häcksellänge
Auf keinen Fall darf die Leistung des Häckslers so weit hochgefahren werden, dass das Zerkleinerungsergebnis leidet. Die empfehlenswerte Häcksellänge hängt unter anderem vom Trockenmassegehalt und vom Maissilageanteil in der Grundration ab. Bei Milchkühen zeigen Versuche aus Hohenheim, Futterkamp und Grub, dass das kürzere Häckseln zu einer höheren Futteraufnahme und in der Tendenz zu höheren Milchleistungen führt.
Laut den Wissenschaftlern empfehlen sich in der Regel Häcksellängen zwischen 5 und 8 mm. Nur in Ausnahmefällen ist demnach eine längere Häcksellänge zu empfehlen, so zum Beispiel bei extremen Maisrationen zur Verbesserung der Strukturwirkung.
Klar ist, dass die Körner zerschlagen sein müssen, und zwar umso intensiver, je weiter die Körner bei der Ernte bereits abgereift sind.
Vorschub und Silogröße richtig planen Vor der optimalen Verdichtung steht zunächst die Frage der Silogröße. Klar ist, dass die Anschnittfläche zum Futterbedarf des jeweiligen Betriebes passen muss. Damit keine unerwünschten Nachgärungen eintreten, sollte der wöchentliche Vorschub im Winter mindestens 1,5 m und im Sommer 2,5 m erreichen. Ist diese Entnahmemenge in der letzten Saison nicht erreicht worden, dann sollte der Stapel jetzt entsprechend kleiner angelegt werden.
Optimale Verdichtung sicherstellen
Die intensive Verdichtung ist entscheidend für den Siliererfolg. In der Praxis wurden die besten Erfahrungen mit Schichthöhen von maximal 30 cm gemacht. Bei stärkeren Schichten gelingt oftmals die Verdichtung nicht hinreichend, Hefen und Schimmelpilze finden dann optimale Lebensbedingungen und führen zu Qualitätsverlusten bis hin zum Verderben der Silage. Dickere Schichten müssen vor dem Walzen auf dem Silagestapel hinreichend verteilt werden.
Anders als auf dem Feld sollen Walzschlepper oder Radlader bei der Überfahrt einen möglichst hohen Druck ausüben. Hierfür wird der Reifendruck auf mindestens 2 bar erhöht. Zwillingsräder würden den Druck vermindern, sie sollten deshalb nicht zum Einsatz kommen. Im Zweifelsfall gehört also der schwerste Schlepper auf den Silo.
Wer bei der Ernte einen sehr leistungsstarken Häcksler nutzt, muss überlegen, ob nicht zwei Silostapel gleichzeitig angelegt werden, damit die Verdichtung überhaupt hinreichend gewährleistet werden kann.
Perfekter Luftabschluss sofort nötig
Wenn die gesamte Erntemenge eingebracht und verdichtet ist, muss sofort für einen perfekten Luftabschluss gesorgt werden. Diese Arbeit entscheidet endgültig darüber, ob in der kommenden Saison schmackhaftes Futter mit guter Qualität das Fundament für hohe Leistungen bilden kann oder ob der Betrieb „irgendwie über den Winter“ kommt.


