So optimieren Sie Ihr Kolostrum-Management
Kälber werden ohne eigene Immunabwehr geboren. Daher müssen sie nach der Geburt so schnell wie möglich ausreichend Biestmilch bester Qualität bekommen, um auf diesem Weg schützende Antikörper zu erhalten. Dem gezielten Kolostrum-Management sollte aus diesem Grund höchstes Augenmerk gelten.
Biestmilch ähnelt in ihrer Zusammensetzung eher der von Blut als der von Milch. Sie liefert den Neugeborenen schützende Immunglobuline zum Aufbau der körpereigenen Abwehr und somit zur Vorbeuge von Infektionen. Ohne diese maternalen Antikörper sind die Kälber zunächst den Mikroorganismen in der Umwelt nahezu schutzlos ausgeliefert.
Außerdem besitzt das Kolostrum einen hohen Gehalt an Energie und Fett sowie hohe Konzentrationen an Mengen- und Spurenelementen, Vitaminen und Hormonen. Biestmilch ist mit ca. 22 Prozent festen Bestandteilen deutlich „dicker“ als normale Kuhmilch mit etwa 12 Prozent. Der Darm von neugeborenen Kälbern kann nur für kurze Zeit die Antikörper des Kolostrums absorbieren, bevor sich die so genannte Darmschranke schließt. Die Resorptionsrate für Immunglobuline ist nur innerhalb der ersten zwölf Lebensstunden hoch und sinkt dann stark ab. Nach etwa 24 Stunden werden die Antikörper nicht mehr resorbiert. Daher muss die Biestmilch-Gabe so früh wie möglich nach der Geburt erfolgen.
Das Kolostrum ist unter hygienisch einwandfreien Bedingungen und nur von eutergesunden Kühen zu ermelken. Der Labmagen von Kälbern fasst etwa zwei Liter. Dieser Menge sollte auch die erste Kolostrum-Gabe entsprechen. Am ersten Lebenstag bekommen die Tiere dann zusätzlich zwei bis drei weitere Mahlzeiten mit je 1 Liter. Die Verteilung der Gesamttränkemenge auf mehrere Mahlzeiten ist wichtig, um Verdauungsstörungen zu vermeiden. Die Konzentration an Antikörpern in der Biestmilch ist in den ersten Gemelken am höchsten und nimmt dann zügig ab. Daher sollten das Erst- und Zweitgemelk im Kühlschrank aufbewahrt werden. Diese Milch wird dann nach und nach an das Kalb des jeweiligen Muttertieres getränkt. Vorher muss man das Kolostrum im Wasserbad schonend auf etwa 38 °C anwärmen.
Ein Vorrat an Biestmilch kann durch Einfrieren von Portionen von jeweils 1 Liter erfolgen. Dazu nimmt man das Erstgemelk von älteren, eutergesunden Kühen. Vorsicht ist beim Auftauen des Kolostrums geboten. Dies muss im lauwarmen Wasserbad erfolgen, so dass auch im Randbereich des Bades eine Temperatur von etwa 45 °C nie überschritten wird.
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