Störungen der Fruchtbarkeit auf der Spur
Hohe Fruchtbarkeitsleistungen der Kühe sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg einer Milchviehherde.
Die Ursachen für das Auftreten von Fruchtbarkeitsstörungen und Sterilitäten sind vielfältig. Außer Managementfaktoren, wie Mängel in der Brunstbeobachtung oder im Besamungsablauf, stellen Erkrankungen der Genitalorgane besondere Risiken für Sterilitäten dar. Dabei spielen vor allem Gebärmutterentzündungen, Endometritis, eine große Rolle. Auswertungen aus der tierärztlichen Bestandsbetreuung zeigen, dass in einzelnen Herden bis zu 60 Prozent der Kühe während des Zeitraums nach der Geburt daran erkranken. Verschiedene Studien belegen zudem, dass Kühe mit Endometritis deutlich geringere Trächtigkeitsraten aufweisen und häufig wegen Sterilität frühzeitig aus der Herde ausselektiert werden müssen. Weitere Ursachen für Fruchtbarkeitsprobleme sind Störungen der Eierstockfunktion, z.B. Zysten, Azyklien oder Brunstlosigkeit.
Einer der Hauptgründe für derartige Störungen ist die Negative Energie Bilanz (NEB), in die fast jede Hochleistungskuh nach dem Abkalben kommt. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass bei Tieren mit einer stark ausgeprägten NEB die Follikelentwicklung und die Qualität der Follikel negativ beeinträchtigt werden. Zudem ist der Östrogengehalt der Follikel geringer, die Brunstsymptome sind weniger deutlich und die Konzeptionsraten sind geringer. Auch das Auftreten von Gebärmutterentzündungen nach der Geburt hängt mit der Energieversorgung der Tiere zusammen. So weisen beispielsweise Kühe, die in der Nachgeburtsphase an Endometritis erkranken, schon bei der Kalbung höhere Gehalte an freien Fettsäuren auf.
Die Energieversorgung und somit die gesamte Fütterung haben demnach eine besondere Bedeutung. Im Rahmen eines monatlichen Futterchecks sollten daher regelmäßig Kontrollen der Futtervorräte, der Ration, des Futtertisches und der Futterreste erfolgen. Dabei sind auch die Tränken mit einzubeziehen. Zum Überprüfen der umgesetzten Ration können ohne großen Aufwand die Körperkondition (BCS) und die Analysen der MLP-Daten durchgeführt werden.
Die Bestimmung des BCS zwei Wochen vor der Kalbung, zur Kalbung und zwei Wochen nach der Kalbung liefert wichtige Hinweise. Dabei sollte die Körperkondition der Tiere in den letzten zwei Wochen der Trächtigkeit nicht und in den ersten zwei Wochen der Laktation nur in geringem Maße (0,25 BCS-Punkte) abnehmen.
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