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Stress bei Milchkühen vermeiden

Es gibt zahlreiche Faktoren, die Stress bei Kühen auslösen können. Die Folge ist eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens, der Gesundheit und der biologischen Leistungen.

Eine optimal gestaltete und eingestellte Melktechnik sorgt für eine ungehinderte Milchhergabe.

So führt beispielsweise akuter Stress beim Melken dazu, dass die Ausschüttung des Milchbildungshormons Oxytocin unmittelbar gehemmt wird. Die Kuh „zieht die Milch hoch“, und die Milchleistung während dieser Melkzeit sinkt.

Akute Belastungen während des Melkens können durch verschiedene Situationen entstehen. So gehen zum Beispiel Mängel in der Standplatzausführung oft damit einher, dass die Kühe den Melkstand nur zögerlich betreten. Wenn das Melkpersonal dann mit lautem Brüllen oder sogar mit einem Stock versucht, die Tiere hineinzutreiben, bedeutet dies puren Stress. Daher ist bereits bei der Melkstandplanung auf möglichst hohen Komfort für die Tiere zu achten.

Auch der Vorwarteraum ist so zu gestalten, dass die Kühe ausreichend Platz darin finden und einen geraden Zugang zum Melkstand haben. Ein Nachwarteraum sorgt zusätzlich für einen reibungsloseren Kuhverkehr.

Stress beim Melken kann grundsätzlich auch durch Fehler in der Einstellung der Melkanlage, zu laute Melktechnik oder Kriechströme verursacht werden. Auf all diese Faktoren reagieren die Kühe äußerst empfindlich. Regelmäßige Wartungs- und Kontrollintervalle sollten daher unbedingt eingehalten werden, um jederzeit einen technisch einwandfreien Zustand der Melktechnik zu gewährleisten. Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Melktechnik-Servicepartner geht man hier auf Nummer sicher.

Um chronische Stressbelastungen zu vermeiden, ist auch der Stall so zu gestalten, dass die Tiere sich wohl fühlen. Die Liegeboxen müssen ausreichend groß sein. Mit Matten oder Matratzen auf Hochboxen oder mit tief eingestreuten Tiefboxen ist ein möglichst hoher Liegekomfort herzustellen. Mängel führen dazu, dass die Tiere häufiger stehen, weniger Ruhephasen finden und dadurch tendenziell stärker gestresst sind.

Die Laufgänge müssen ausreichend breit sein, damit ein ungehinderter Kuhverkehr gewährleistet ist. Auch die Wasserversorgung und das Stallklima sind zu optimieren. Eine unzureichende Wasserzufuhr bedeutet generell schon eine Belastung für die Kühe, die  bei hohen Außentemperaturen deutlich steigt.

Um Hitzestress vorzubeugen, müssen im Sommer hohe Luftraten erzielt werden. Offene Stallseiten in Kombination mit groß dimensionierten Ventilatoren sind die Grundlage dafür. Auch das Berieseln der Kühe mit Wasser in regelmäßigen Intervallen führt zu einer Reduktion des Hitzestresses.

Ein wesentlicher Faktor, der zu Belastungen bei Kühen führen kann, ist der Mensch selbst. Lautes Brüllen und ein zu rauer Umgang mit den Tieren lösen deutliche Stressreaktionen aus. Daher ist es wichtig, stets ruhig durch die Herde zu gehen, lautes Schreien zu vermeiden und die Tiere schon im Kälberalter an den Menschen zu gewöhnen.

 

www.lemmer-fullwood.info

12. Jun 08