Weidemanagement für Jungrinder
Für die weibliche Nachzucht in Milchviehherden ist die Weide im Sommerhalbjahr in vielen Regionen nach wie vor die wichtigste Futtergrundlage. Um hohe Lebenstagszunahmen und eine optimale Futterausnutzung zu erreichen, ist ein straffes Weidemanagement notwendig.
Der tägliche Futterbedarf ist die Richtschnur für den Viehbesatz auf den zur Verfügung stehenden Weideflächen in den einzelnen Abschnitten der Weideperiode. Dieser Bedarf hängt vom Lebendgewicht und den Tageszunahmen der Rinder ab. Auswertungen des Versuchszentrum Haus Riswick, LWK NRW, in Kleve aus den vergangenen Jahren zeigen, dass bei täglichen Zunahmen von 750 g pro Tier und Tag der Futterbedarf mit steigendem Lebendgewicht zunimmt. Unter Berücksichtigung von etwa 25 % Beweidungsverlusten müssen demnach für Jungrinder mit 200 kg Lebendgewicht 6,5 kg Trockenmasse pro Tier und Tag an Weidefutter zur Verfügung gestellt werden. Bei Rindern mit 400 kg Lebendgewicht und 750g Tageszunahmen benötigt man etwa 10,5 kg Trockenmasse.
Dem Futterbedarf entsprechend ist die Besatzdichte auf den Weideflächen zu kalkulieren. Als grober Anhaltspunkt kann folgendes Beispiel dienen: Im Frühjahr bis Mitte Mai können bei 200 kg Lebendgewicht und 750 g Tageszunahmen 10 Tiere/ha und bei 400 kg Lebendgewicht 6 Tiere/ha aufgetrieben werden. Bei höheren Futterzuwachsraten bis Ende Juni kann die Besatzdichte erhöht werden. In den späteren Monaten Juli bis Oktober nimmt der Futterzuwachs auf den Grünlandflächen ab. Dementsprechend sollte dann auch die Besatzdichte pro Hektar reduziert werden.
Bei abweichenden Bedingungen beim Lebendgewicht, bei den Tageszunahmen oder bei der Futterzuwachsrate auf den Weideflächen ist eine Anpassung des Viehbesatzes notwendig. Sowohl bei den Jungrindern als auch bei Milchkühen ist im Hinblick auf das Weidemanagement die Ermittlung des Grünlandfutterbedarfs eine wichtige Voraussetzung. Nur bei einer optimalen Anpassung des Viehbesatzes an das jeweilige Futterangebot ist eine intensive Weidenutzung mit jungem, qualitativ hochwertigem Weidefutter und einer hohen Futterausschöpfung möglich.
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