Zitzenverletzungen bei Kühen vorbeugen
Schon kleine Aufschürfungen oder Verletzungen an den Zitzen von Milchkühen können eine gefährliche Eintrittspforte für Krankheitserreger darstellen, die sich im Stall oder auf der Weide befinden.
Durch negative äußere Einflüsse kann die Zitzenhaut rissig werden, aufspringen oder massiv verletzt werden. Als Folge kann es im schlimmsten Fall zu schweren Euterentzündungen kommen.
Die Ursachen für Zitzenverletzungen sind vielfältig:
- Mangelndes Anrüsten der Kühe
- Blindmelken
- Druckbelastung durch die Zitzengummis
- Alte Zitzengummis, d.h. zu seltener Austausch
- Falsch eingestellte Melkanlage (Vakuum etc.)
- Scharfe Kanten im Stall, z.B. am Fressgitter oder an den Tränken
- Zu hohe Belegdichte im Stall
- Glatte, rutschige Laufflächen
- Zu schmale Laufgänge
- Zu enge oder zu kurze Liegeboxen
- Mangelnder Liegekomfort in den Boxen
- Raue Oberfläche in den Liegeboxen
- Zu hartes, spitzes Stroh in Tiefboxen.
Neben diesen Faktoren spielt auch die Witterung eine Rolle. Da die Zitzen sehr empfindlich sind, können starke Schwankungen der Umgebungstemperatur bereits zu Rissen in der Haut führen. Diese oft zunächst kleinen Verletzungen sind Wegbereiter für das Eindringen von umweltbedingten Mastitiserregern. Durch Optimierung der Haltungs- und Melkbedingungen kann Zitzenverletzungen wirksam vorgebeugt werden.
Sollte es dennoch in Einzelfällen zu Problemen kommen, müssen die betroffenen Zitzen je nach Schweregrad der Verletzung behandelt und das Melken des Viertels bis zur Heilung eingestellt werden.
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