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Welche Vorteile bringt das automatische Melken?

Immer mehr Landwirte setzen auch im Landkreis Rotenburg/Wümme auf das „automatische“ Melken mit dem „Melkroboter“. Frank und Mirco Heilemann, die in Rotenburg-Kesselhofskamp einen 400 Hektar großen Hof mit 130 Milchkühen führen, haben die Investition in zwei Merlin-Roboter von Lemmer-Fullwood getätigt. Sie sehen sich in ihren Erwartungen bestätigt: „Wir haben das Melken automatisiert, dadurch nimmt der Zeitbedarf für das reine Melken ab“, berichtet Frank Heilemann (43).

Das System verschafft nach seiner Erfahrung dem Landwirt Freiräume, die je nach Betrieb unterschiedlich genutzt werden können. „In kleineren Betrieben will man oft die Arbeitsbelastung durch das Melken reduzieren. Für mich ist wichtig, dass ich als Betriebsleiter meine Arbeit jetzt unabhängig von festen Melkzeiten organisieren kann. Das ist ein großer Vorteil, weil ich auch im Büro, in der Außenwirtschaft sowie in den anderen Betriebszweigen Putenaufzucht und Biogas intensiv gefordert bin“, stellt Frank Heilemann fest.

Freiräume für alle Beteiligten
Freiräume bekommen auch die Kühe. Sie entscheiden nun selbst, wann sie zum Melken gehen. Wie oft das ist, sieht Mirco Heilemann (20) morgens bei der Kontrolle der Datenlisten, die das Melksystem liefert: „Unsere Kühe werden nicht mehr wie früher genau zwei Mal täglich gemolken, sondern zwischen 2,2 und vier Mal am Tag. Im Schnitt gehen die Kühe knapp drei Mal täglich zum Melkroboter und geben dabei 32 Liter Milch pro Tag.“

Durch das automatische Melken bekommt der Landwirt allerdings nicht mehr jede Kuh zwei Mal täglich vor Augen. Frank und Mirco Heilemann wissen jedoch heute mehr über ihre Kühe, als vor der Umstellung. Sie haben jede Kuh mit einem Präzisionspedometer ausgestattet. Dieses Gerät trägt die Kuh am Fuß. Es misst das Bewegungsverhalten des Tieres und sendet diese Daten an den Rechner.

Für die beiden Rindviehspezialisten sind diese Daten in Kombination mit den Informationen des Melksystems sehr aufschlussreich: „Uns interessieren die Abweichungen. Wenn sich einzelne Daten plötzlich ändern, dann stimmt etwas nicht. Die Kuh landet dann automatisch in der Alarmliste, die täglich abgearbeitet wird. Unser fachliches Auge ist weiterhin gefragt, aber die EDV sorgt dafür, dass uns nichts entgeht und dass auch wirklich jede Kuh mit Problemen untersucht wird“, erklärt Mirco Heilemann.

In der Summe ist die Tierbeobachtung und –kontrolle damit intensiver geworden. Zusammen mit dem häufigeren Melken ist dies sicherlich einer der Gründe für die Leistungssteigerung der Herde in den letzten Monaten. Durchschnittlich geben die Kühe jetzt mit rund 9.000 kg pro Jahr deutlich mehr Milch als vorher. Dabei sind sich Frank und Mirco Heilemann einig: „Wir nutzen die Möglichkeiten des Merlin und der Software noch gar nicht vollständig aus. Wir werden die Tiergesundheit und die Leistung nach und nach noch weiter verbessern können.“