Sie sind hier: Technik / Melktechnik / Karussellmelkanlagen / Kalkulation Melkleistung

Die objektive Formel der erzielbaren Melkleistung zur Auswahl der richtigen Anlagengröße

Jeder Melker weiß, dass der Durchsatz eines Melkstandes in erster Linie von der Routinearbeit pro Kuh abhängig ist. Diese setzt sich zusammen aus der Eutervorbereitung und -nachkontrolle, den Warte- und Wegezeiten und dem Zeitaufwand für den Kuhwechsel und -umtrieb. Sie liegt nach einhelliger, wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Erfahrung zwischen 40 bis zu über 80 Sekunden pro Kuh.

Für die richtige Auswahl des Melkstands muss außerdem die realistische durchschnittliche Melkzeit der Kühe berücksichtigt werden.

Kurze Routinearbeitszeiten gehen immer zu Lasten der Eutervorbehandlung bzw. der Nachbehandlung.

Eine Steigerung des Viehdurchsatzes ist bei gegebener Routinearbeitszeit nur durch den Einsatz mehrerer Melker möglich.

Auf dem Diagramm (rechts) wird aus dieser Erkenntnis die Anzahl effektiver Melkplätze (Gesamtmelkplätze minus der beim Ein- und Austrieb nicht nutzbaren Melkplätze) abgeleitet.

Beispielrechnung:

Bei einer Melkdauer von 9 Minuten pro Kuh ist ein Melker bei einer Routinearbeitszeit von 45 Sekunden pro Kuh mit 12 effektiven Melkplätzen (= 14 Punkt-ROTARY) ausgelastet. Werden bei einer Routinearbeitszeit von 60 Sekunden pro Kuh zwei Melker eingesetzt, sind 18 Melkplätze (= 20 Punkt-ROTARY) die richtige Auswahl.

Muss jedoch von einer Melkdauer von 11 Minuten ausgegangen werden, sind der 16-Punkt-ROTARY (bei einem Melker und 45 Sekunden Routinearbeit) bzw. der 24-Punkt-ROTARY (bei zwei Melkern und 60 Sekunden Routinearbeit) die richtigen Melkstandgrößen.