M²erlin schafft neue Perspektiven für junge Familie
Familie Schuster aus Zschocken: 11.800 Liter mit dem M²erlin – und mehr Zeit für die Familie
Nicht die Größe, nicht der Standort, sondern das Management entscheidet, ob ein Milchkuhbetrieb zur Spitze gehört. Christian und Hanni Schuster aus Hartenstein, Ortsteil Zschocken im sächsischen Erzgebirgskreis, sind dafür ein Paradebeispiel. Mit 55 Schwarzbunten Milchkühen und einem M²erlin Melkroboter von Lemmer-Fullwood belegt der Familienbetrieb laut Auswertung des Landeskontrollverbandes den 2. Platz im GERO-Index der Roboterbetriebe. Dabei war vor wenigen Jahren noch offen, ob es überhaupt weitergeht.
Wer Christian Schuster heute durch den hellen Boxenlaufstall am Ortsrand von Zschocken begleitet, spürt schnell: Hier ziehen Tier, Technik und Mensch an einem Strang. Doch das ist keine Selbstverständlichkeit. „Meine Eltern waren Wiedereinrichter nach der Wende. 1994 wurde dieser Stall gebaut, dann ging es Schritt für Schritt mit der Milchproduktion los“, erzählt der Landwirt. Nach dem Tod der Eltern stand das junge Paar Anfang der 2020er Jahre vor der zentralen Frage: Weitermachen – oder aufgeben?
Der M²erlin als Perspektive für den Familienbetrieb
„Wir haben beide eine Ausbildung als Landwirtschaftsmeister, beide ein Herz für die Kühe. Aber mit zwei kleinen Kindern und einem konventionellen Melkstand, in dem 28 Jahre lang zweimal täglich gemolken wurde, war das schlicht nicht zu schaffen“, erinnert sich Christian Schuster. „Die einzige Alternative, um den Betrieb mit der Familie zu vereinen, war für uns der Melkroboter.“
2023 entschied sich das Paar für einen M²erlin von Lemmer-Fullwood. Ein wesentlicher Faktor war dabei der Servicepartner vor Ort, das Melktechnik-Center Mittelelbe. „Einbau und Wartung liefen problemlos. Wir haben einen Ansprechpartner, der die Technik kennt und uns berät“, so Schuster. Ehefrau Hanni kann seither einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, und für die Kinder bleibt Zeit. „Wenn es irgendwo eine halbe Stunde länger dauert, ist das nicht schlimm. Dann gehen wir eben eine halbe Stunde später durch die Stall-Tür.“
Vom nackten Melkstand zur automatisierten Tierbeobachtung – ein Quantensprung
Die größte Veränderung spielt sich allerdings nicht im Tagesablauf ab, sondern in der Steuerung der Herde. „Wir hatten vorher nicht mal eine Milchmengenmessung. Heute liefert uns der M²erlin eine unheimliche Datenmenge“, sagt Schuster. Milchmenge, Leitfähigkeit, Milchinhaltsstoffmessung, Aktivität über die Pedometer, Auffälligkeiten im Melkverhalten – alles läuft im Herdenmanagement zusammen und wird klar und verständlich mit Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt. Eine knappe halbe Stunde pro Tag investiert der Landwirt und seine Frau ins Herdenmanagement.
„Das ist Routine geworden. Wenn eine Kuh krank werden könnte, merkt das System das extrem schnell. Das ist ein riesiger Fortschritt.“ Das Ergebnis lässt sich beziffern: Die Milchleistung kletterte von rund 9.800 auf aktuell 11.800 Liter pro Kuh und Jahr – bei durchschnittlich 2,5 Melkungen je Kuh und Tag. Auf den M²erlin entfallen damit rund 1.800 Kilogramm Milch pro Tag – ein Wert, der zeigt, wie konsequent Schuster das Potenzial des Roboters ausschöpft. „Wir wussten, dass diese Herde mehr Potenzial hat. Aber das geht eben nur über zwei bis drei Melkungen täglich, und genau die liefert uns der M2erlin.“
Eutergesundheit auf Spitzenniveau
Auch bei der Eutergesundheit zeigt sich, was konsequentes Management in Verbindung mit moderner Technik leistet. Von Beginn an arbeitet Schuster mit der gezielten Gabe von Flüssigfutter über den M²erlin und einer optimierten Reinigungs- und Stimulationsroutine – etwa durch die einzigartige Bürstenkombination am Melkarm des M2erlin. Die Zahlen sprechen für sich: Zellzahl maximal 130.000, Keimzahl zwischen 5.000 und 8.000.
„Was mir am M²erlin besonders gefällt, ist auch die BWAC Energiesparreinigung. Die komplette Spülung dauert nur 13 Minuten, dreimal am Tag – und der Roboter steht den Kühen schnell wieder zur Verfügung. So haben wir eine längere Nettomelkzeit als Berufskollegen mit anderen Fabrikaten“, erklärt der Landwirt. „Genauso wichtig ist mir die Zitzenreinigung mit der Bürste vor dem Melken. Eine mechanische Stimulation und saubere Zitzen – damit halten wir die Keime niedrig.“
Heimisches Eiweiß und gutes Grundfutter
Das Management endet für Schuster nicht am M2erlin. „Voraussetzung für eine gute Leistung ist ein gutes Grundfutter.“ Der erste Schnitt wird konsequent früh gemacht, alle weiteren Schnitte folgen im Vier-Wochen-Rhythmus. In der Ration setzt der Betrieb verstärkt auf heimisches Eiweiß: Rapsextraktionsschrot ergänzt durch selbst angebauten Lupinenschrot. „Die Lupinen habe ich ausprobiert, weil sie hervorragend in die Fruchtfolge passen. Ein eigenes, im Betrieb produziertes Eiweiß – das ist ein echter Pluspunkt.“
Tierwohl Stufe 3: Investition in Langlebigkeit
Im September 2025 wurde der Stall auf Haltungsstufe 3 zertifiziert. „Wir haben die Seitenwände geöffnet und Jalousien eingebaut – mehr Luft in den Stall“, berichtet Schuster. Die Liegeflächen der Trockensteher sind mit neuen Gummimatten ausgestattet. Die melkenden Kühe liegen in Tiefliegeboxen welche mit einer Kalk-Stroh-Matratze ausgestattet sind. „Die Tiere liegen mehr, haben gesündere Gelenke und sind langlebiger. Genau das wollen wir: Eine Kuh, die ihren Dienst macht und am Ende eine gute Lebensleistung bringt.“
Klare Ziele für die nächsten fünf Jahre
Stillstand ist im Hause Schuster ein Fremdwort. „Unser nächstes Ziel ist eine Herdenleistung von 12.000 Litern“, sagt der Landwirt. Sein Fazit nach drei Jahren M²erlin fällt eindeutig aus: „Wer schon mal mit dem Gedanken gespielt hat, einen Melkroboter einzubauen, der sollte es auf jeden Fall tun. Das ist eine echte Arbeitserleichterung – und gleichzeitig der Schlüssel, um Familie und Betrieb zu vereinen.“
KUHler SIDE-FACT: Mit nur 55 Schwarzbunten Kühen und einem M²erlin belegt die Schuster GbR den 2. Platz im GERO-Index der Roboterbetriebe in Sachsen. Der Beweis: Spitzenleistung ist keine Frage der Bestandsgröße, sondern des Managements – von der Datenauswertung am Roboter über die Fütterung mit heimischem Lupinenschrot bis zur Tierwohlstrategie im Stall.
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