24.09.2026 - Aktuelles

M²erlin sorgt für Spitzenleistungen

Auf dem Hof Furrer im luzernischen Kleinwangen sorgen gutes Herdenmanagement und vollautomatisches Melken für Spitzenleistungen. Mit rund 15.300 Kilogramm Milch je Kuh zählt der Familienbetrieb heute zu den leistungsstärksten Milchkuhbetrieben der Schweiz – und sieht noch immer Potenzial nach oben.

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Wer hier den Stall betritt, merkt schnell: Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Philipp Furrer bewirtschaftet den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau und seinem Vater. Rund 20 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und vier Hektar Wald bilden die Grundlage für einen Milchkuhbetrieb, der sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat. Rund 60 Holstein-Kühe stehen im modernen Laufstall. Eine Herde, die über die Grenzen hinaus mit außergewöhnlichen Leistungen auf sich aufmerksam macht. Dabei war die Richtung schon früh vorgegeben. Bereits Mitte der 1970er-Jahre stellte Furrers Vater vom Original Braunvieh auf Holstein um, ein damals mutiger Schritt. Heute ist Philipp Furrer überzeugt, dass diese Entscheidung perfekt zum Betrieb passt. „Wir haben Freude an hohen Leistungen“, sagt er. Holstein-Kühe seien genau die richtige Rasse für das eigene Betriebskonzept.

Investition in die Zukunft
Als Philipp Furrer den Betrieb 2012 von seinem Vater übernahm, standen lediglich 16 Milchkühe im alten Stall. Das Gebäude war in die Jahre gekommen und eine grundlegende Entscheidung musste getroffen werden. Furrer investierte bewusst in einen neuen Laufstall und von Anfang an in automatisches Melken. Vor der Entscheidung besichtigte er verschiedene Robotersysteme. Der entscheidende Hinweis kam von einem Berufskollegen, der ihm empfahl, sich den M²erlin von Lemmer-Fullwood anzusehen. Da das System damals in der Schweiz noch kaum verbreitet war, fuhr Furrer nach Süddeutschland, um mehrere Betriebe zu besuchen. Ihn überzeugte vor allem die Arbeitsweise des Roboters. Die hohe Melk-geschwindigkeit, die saubere und leise Arbeitsweise und die durchdachte Technik hinterließen Eindruck. 

Vom Merlin zum M2erlin
„Elf Jahre war der erste Merlin einer unserer besten Mitarbeiter, bevor er 2023 durch den M2erlin ersetzt wurde. Nicht weil der alte Roboter Probleme machte, sondern weil uns die moderne Technik des M2erlin einfach begeisterte“, so Furrer. Heute betreten die Tiere den Roboter gerade und verlassen ihn unter den baulichen Gegebenheiten seitlich.

Für Furrer sorgt dieses Konzept für deutlich mehr Ruhe und einen flüssigeren Ablauf. Auch die Ausrichtung des Roboters wurde beim Umbau verändert. Die Kühe kommen nun vom Fressbereich zum Melken – eine Veränderung, die sich nach kurzer Eingewöhnung positiv auf den Tierverkehr ausgewirkt hat.

Leistung Schritt für Schritt gesteigert
Der Melkroboter war allerdings nur ein Baustein der Entwicklung. Parallel arbeitete Furrer konsequent an Fütterung, Management und Tierbeobachtung. Nach der Betriebsübernahme lag die Herdenleistung noch bei rund 10.000 Kilogramm Milch. Bis 2023 stieg sie zunächst auf etwa 12.000 Kilogramm. Den nächsten Entwicklungsschritt brachte schließlich eine angepasste Fütterungsstrategie, bei der insbesondere die Hochleistungskühe gezielter versorgt werden.

Heute erreicht der Betrieb einen beeindruckenden Herdendurchschnitt von rund 15.300 Kilogramm Milch bei 4,04 Prozent Fett und 3,43 Prozent Eiweiß. Damit gehört der Hof zu den leistungsstärksten Holstein-Betrieben der Schweiz. Für Philipp Furrer ist dabei das Zusammenspiel aller Faktoren entscheidend. Der Melkroboter schafft die Voraussetzungen dafür, dass leistungsstarke Kühe ihr genetisches Potenzial ausschöpfen können – und das mit durchschnittlich 3,3 bis 3,5 Melkungen pro Tag. „Ich hatte vorher noch nie so viele Melkungen wie aktuell“, berichtet Furrer. Gerade unsere Hochleistungskühe profitieren davon spürbar.

Hohe Leistung und gesunde Kühe
Der Erfolg zeigt sich auch bei den Zellzahlen: Circa 80 Prozent der Herde liegen unter 100.000 Zellen. Für Furrer ist das ein Beleg dafür, dass hohe Milchleistungen und Tiergesundheit kein Widerspruch sein müssen, sondern Hand in Hand gehen.

Auch in der Fütterung setzt der Betrieb konsequent auf Präzision. Die Teil-TMR ist auf etwa 44 Kilogramm Milch ausgelegt und besteht unter anderem aus Gras- und Maissilage, CCM, Melasse sowie gezielt abgestimmten Eiweiß- und Mineralstoffkomponenten. Am Roboter erhalten die Kühe zusätzlich leistungsabhängige Kraftfuttermengen mit speziellen Starterkomponenten und Aminosäuren.

Interessant ist dabei eine Beobachtung aus der Praxis: Seit ein größerer Teil der Energie bereits am Futtertisch angeboten wird, besuchen die Kühe den Roboter noch regelmäßiger. Das bestätigt für Furrer, wie eng Fütterung, Tierverkehr und Melkfrequenz miteinander verbunden sind.

Technik, die zum Betrieb passt
Für die Milchkühlung nutzt Furrer zusätzlich eine Eiswasserkühlung in Kombination mit der Photovoltaikanlage des Betriebs. Tagsüber wird Kälte gespeichert und nachts genutzt. Ergänzt wird das System durch einen Rohrkühler, der die Milch bereits vor dem Milchtank deutlich herunterkühlt. Das dabei erwärmte Wasser landet anschließend als Trinkwasser im Kuhstall – ein Beispiel dafür, wie Energie auf dem Betrieb mehrfach genutzt wird.

Auch die Brunsterkennung erfolgt digital. Pedometer liefern zuverlässige Informationen über die Bewegungsaktivität der Tiere. Das erstellte Vitalitätsprofil optimiert das Fruchtbarkeitsmanagement erheblich. Furrer findet klare Worte zum M2erlin: „Ich würde ihn wieder kaufen. Der Roboter läuft und auch auf unseren Servicepartner, die Lemmer-Fullwood AG, ist Verlass.“

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