28.09.2026 - Aktuelles

Mit Reserven zum Erfolg

Als Familie Spagl aus Evenhausen vor rund einem Jahr den neuen Laufstall in Betrieb nahm, fiel gleichzeitig der Startschuss für einen neuen Arbeitsalltag.

Mit dem M²erlin von Lemmer-Fullwood hielt nicht nur ein automatisches Melksystem Einzug auf dem Betrieb in Amerang. Auch das Herdenmanagement veränderte sich grundlegend. Der familiengeführte Milchkuhbetrieb bewirtschaftet rund 35 Hektar Grünland und 15 Hektar Ackerland. Auf dem Hof leben und arbeiten zwei Generationen. Gemeinsam führen sie den Betrieb weiter, während mit dem kleinen Sohn bereits die nächste Generation heranwächst.

Die Entscheidung für den Stallneubau und den Einstieg in das automatische Melken fiel bewusst. Ziel war nicht, möglichst viele Kühe mit einem Roboter zu melken, sondern Arbeitsabläufe zu optimieren, die Tiergesundheit weiter zu verbessern und den Betrieb zukunftssicher aufzustellen.

Lieber Reserven als Dauerbetrieb am Limit
Wie viele Kühe kann ein Melkroboter versorgen? Diese Frage hören Franz Spagl und seine Familie häufig. Für sie stand jedoch eine andere Überlegung im Mittelpunkt: Wie viele Kühe kann ein Roboter so betreuen, dass die Tiere ihren natürlichen Rhythmus beibehalten und gleichzeitig optimale Bedingungen vorfinden? Heute werden rund 60 Milchkühe mit dem M²erlin gemolken. Obwohl das System noch Kapazitäten hätte, bleibt das bewusst so. Etwa 15 Prozent freie Roboterkapazität gehören zum Betriebskonzept. Denn: „Mehr Kühe bedeuten nicht automatisch mehr Milch,“ so Franz Spagl. Für ihn zahlt sich diese Entscheidung täglich aus.

Ohne längere Wartezeiten können die Kühe den M2erlin jederzeit aufsuchen. Rangniedrige Tiere werden nicht verdrängt und der Kuhverkehr bleibt ruhig. Das zeigt sich auch in den Leistungsdaten: Die Herde erreicht durchschnittlich 2,7 Melkungen pro Tag bei einer Tagesleistung von rund 33 Kilogramm Milch je Kuh.

Vom Melken zum Herdenmanagement
Mit dem automatischen Melken hat sich vor allem die tägliche Arbeit verändert. Während früher feste Melkzeiten den Tagesablauf bestimmten, beginnt der Arbeitstag heute mit einem Blick auf die Daten. Das Herdenmanagementprogramm Fullexpert des M2erlin bündelt die Informationen aus dem Melkroboter und zeigt Auffälligkeiten auf einen Blick. Melkfrequenz, Aktivität oder Milchleitfähigkeit liefern wertvolle Hinweise darauf, welche Tiere besondere Aufmerksamkeit benötigen. Dazu Spagl: „Die Daten ersetzen nicht den Blick für die Kuh. Aber sie helfen uns, schneller die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Gerade die frühzeitige Erkennung macht für Franz Spagl einen großen Unterschied. Veränderungen der Milchleitfähigkeit oder des Verhaltens lassen sich oft erkennen, bevor klinische Symptome auftreten. Dadurch können Erkrankungen früher behandelt werden. Das verbessert nicht nur das Tierwohl, sondern reduziert häufig auch Leistungseinbußen und vermeid-bare Tierarztkosten.

Tierkomfort als Schlüssel zum Erfolg
Automatisches Melken funktioniert umso besser, wenn das Gesamtkonzept stimmt. Deshalb legt Familie Spagl großen Wert auf eine kuhgerechte Haltung. Eine ausgewogene Grundration, die individuelle Kraftfutterzuteilung über den Melkroboter, kurze Laufwege und komfortable Liegeboxen bilden die Grundlage für gesunde und leistungsfähige Kühe. Ein Thema beschäftigt den Betrieb dabei besonders: Hitzestress. Gerade in den Sommermonaten sorgen leistungsstarke Ventilatoren für eine kontinuierliche Luftbewegung im Stall und unterstützen die Kühe dabei, auch an warmen Tagen leistungsfähig zu bleiben. „Wenn die Kühe gesund sind und sich wohlfühlen, kommt vieles fast von allein.“ Für Franz Spagl ist Tierkomfort deshalb keine Zusatzmaßnahme, sondern eine Investition in die Gesundheit der Herde und die Wirtschaftlichkeit des Betriebes.

Technik muss sich im Alltag beweisen
Bei der Auswahl des Melkroboters spielten nicht nur technische Daten eine Rolle. Entscheidend war vielmehr ein System, das den Betrieb langfristig zuverlässig unterstützt. Überzeugt haben die Familie unter anderem die leisen elektrischen Antriebe des M²erlin, die für einen ruhigen Betrieb sorgen, sowie die integrierte Heißwasserreinigung. Sie reduziert den Einsatz von Reinigungsmitteln und trägt gleichzeitig zu einer hygienischen Reinigung des Systems bei.

Ebenso wichtig war die Betreuung während der Umstellung. Gerade in den ersten Wochen begleiteten Lemmer-Fullwood und der regionale Service- und Vertriebspartner die Familie intensiv und unterstützten sie dabei, die Herde Schritt für Schritt an das automatische Melken zu gewöhnen. Auch heute weiß Franz Spagl den regionalen Service der Baumgartner GmbH in Ramsau zu schätzen. „Ein Melkroboter läuft Tag und Nacht. Deshalb muss man sich auch auf den Service jederzeit verlassen können.“

Ein Jahr später fällt das Fazit eindeutig aus
Rund ein Jahr nach der Inbetriebnahme hat sich die Entscheidung aus Sicht der Familie bestätigt. Die tägliche Arbeit ist nicht weniger geworden, aber sie hat sich verändert. Routineaufgaben übernimmt heute die Technik. Die gewonnene Zeit fließt in Tierbeobachtung, Gesundheitskontrolle und Management. Der M²erlin übernimmt dabei zuverlässig die täglichen Melkabläufe.

Fullexpert macht die anfallenden Daten nutzbar und unterstützt schnelle Entscheidungen im Stall. Im Zusammenspiel mit einer kuhgerechten Haltung und einem durchdachten Betriebsmanagement entsteht so ein System, das Tierwohl und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen fördert. „Technik kann vieles erleichtern. Den Unterschied macht am Ende aber immer der Mensch, der sie sinnvoll nutzt.“

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